Laub im Aquarium - Garnelenbecken

Laub hat diverse positive Nebeneffekte: Buchen- und Birkenlaub wirkt z.B. antiseptisch, Eichenlaub senkt den pH auf natürliche Weise.
Einige Arten brauchen sogar Laub für eine ausgewogene Ernährung. So z.B. die Zwergflusskrebse der Art Cambarellus shuffeldti.
Garnelen und viele Fischarten, insbesondere Welse, weiden geradezu das Laub ab. Sie ernähren sich von den darauf lebenden und wachsenden Kleinstlebewesen, welche sich auf dem Laub ansiedeln und es zersetzen, wodurch Detrius (absinkende tote pflanzliche und tierische Reste) entsteht.

Muss manLaub aufbereiten, bevor man es ins Aquarium einbringt?

Darüber wird sich fleßig gestritten. Die Einen sagen, man solle das Laub vorher abkochen und/oder lange wässern, andere sind der Meinung, dadurch würden viele Nährstoffe verloren gehen.
Das Laub in der Natur wird auch nicht vorher abgekocht und ich keine Inhaltsstoffe vorher auskochen möchte. Die Gefahr ist dann natürlich, dass man sich mit dem Laub ungebetene Gäste wie z.B. Hydra einschleppt. Allerdings halte ich die Gefahr für durchaus gering. Zumal ich das Laub ohnehin vorher ablagere und kein Laub aus Gewässern fische und verwende. Was nicht bedeutet, dass man das Laub, das bereits in ein Gewässer gefallen ist, überhaupt nicht benutzen darf. Grundsätzlich ist dies kein Problem. Das Risiko, sich ungebetene Gäste (z.B. Hydra) einzuschleppen ist nur zu hoch.
Eine weitere Möglichkeit besteht natürlich darin, dass Laub mit heissem (nicht kochendem) Wasser (z.B. aus der Leitung) zu übergiessen. Dadurch werden höchstwahrscheinlich die meisten Schädlinge schlagartig abgetötet, durch die kurze Kontaktzeit des heissen Wassers mit den Blättern aber nur marginale Mengen der nützlichen Stoffe (wohl hauptsächlich Gerbstoffe) ausgeschwemmt.

Wo bekommt man das Laub her und wie sammelt man es am Besten?

Laub sollte man nicht gerade an stark befahrenen Strassen oder in Industriegebieten sammeln bzw. generell in Gebieten mit starker Umweltbelastung. Das beste Laub findet man natürlich im Wald.
Am Besten pfückt man das Laub direkt von den Bäumen. Man kann es aber auch vom Boden aufnehmen. Wichtig ist nur, dass es bereits tote Blätter sind. Für die vom Boden aufgenommenen Blätter gilt im Ãœbrigen das Gleiche wie das oben für Laub aus Gewässern Beschriebene.
Das Laub kann man auch einfach mit den kleinenÄsten ins Aquarium werfen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Äste bereits abgestorben sind. Ansonsten fangen sie nach kurzer Zeit an zu gammeln.

Welche Laubarten kann man verwenden?

Das Laub von vielen Laubbäumen eignet sich für die Aquaristik.
Bewährt haben sich Laub von folgenden Bäumen:
Eiche, Buche, Ahorn, Birke, Apfelbaum, Birnenbaum, (Schwarz)Erle, Esskastanie, Hainbuche, Haselnussbaum, Kastanie, Kirsche, Marille, Pappel, Pflaume, Ulme, und Weide.
Kastanienlaub zersetzt sich sehr schnell.

Welches Laub eignet sich nicht?

Das Laub von Gartensträuchern, Kulturpflanzen, Tannengewächsen bzw. Tannenbaumarten und vor allem von Zimmerpflanzen.
Viele der beliebten Zimmerpflanzen, wie Efeutute, Einblatt, Geigenfeige, Gummibaum etc. sind schwach bis stark giftig. Oftmals enthalten sie Oxalsäure, das vor allem die Schleimhäute angreift. Oxalsäure dürfte einigen aus den Beschreibungen von Problemen mit Garnelen in Verbindung mit Anubienarten im Becken bekannt sein. Anubien enthalten nämlich ebenfalls Oxalsäure.


Wallnussbaumblätter

 

Eigenschaften und Wirkung

Wie die getrockneten Seemandelbaumblätter haben auch die getrockneten Walnussblätter eine desinfizierende und antibakterielle Wirkung. Dies wird vor allem durch die Gerbstoffe welche die Blätter enthalten bewirkt. Es wurde schon von erfolgreicher Heilung der Flossenfäule allein durch Walnussbaumblätter berichtet. Die Huminsäuren der Blätter beeinflussen zudem den pH-Wert und können optimal zur Ansäuerung des Aquariumwasser benutzt werden. Sie besitzen eine keimhemmende Wirkung und sind Äußerst wirksam gegen Laichverpilzung. Gerade in Becken mit Garnelen und Krebsen, in denen keine kupferhaltigen Fischmedikamente eingesetzt werden dürfen, werden sie gerne genommen.

Des Weiteren sind die getrockneten Blätter eine begehrte Speise bei Garnelen, Krebsen, Schnecken und vielen Welsarten.

Anwendung

Nach dem Sammeln der frischen Blätter werden diese getrocknet. Niemals die frischen Blätter verwenden, da diese Chlorophyll (auch Blattgrün genannt) enthalten. Auch keine schon abgefallenen Blätter (im Herbst) aufsammeln, denn der Baum entzieht dem Blatt, bevor er es abstößt, die wichtigsten Stoffe. So verliert das Blatt seine positiven Eigenschaften und wird für aquaristische Zwecke unbrauchbar. Je nachdem wie groß die Blätter ausfallen werden 2-3 auf 100l Wasser gegeben. Durch regelmäßiges Messen der Wasserwerte, die Ansäuerung Überprüfen und ggf. reagieren. Durch die Freisetzung der Huminsäuren wird sich das Wasser, ähnlich wie bei der Verwendung mit Torf oder Erlenzapfen, leicht dunkel bis bernsteinfarben verfärben. Das ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Die Färbung wirkt optisch überaus reizvoll. So fern die Blätter noch nicht aufgefressen wurden müssen sie nach 4-5 Tagen aus dem Becken entfernt werden. Bei Krankheitsfällen wie z. B. Flossenfäule oder Ichthyo können getrocknete Walnussblätter unterstützend verwendet werden.

Erlenzapfen

 

Eigenschaften und Wirkung

Die getrockneten Erlenzapfen besitzen Huminsäuren und können so gut zur Ansäuerung des Aquariumwassers benutzt werden. Zudem besitzen sie eine keimhemmende Wirkung und sind äußerst wirksam gegen Laichverpilzung. Gerade in Becken mit Garnelen und Krebsen, in denen keine kupferhaltigen Fischmedikamente eingesetzt werden dürfen, werden Erlenzapfen gerne benutzt. Denn die Gerbstoffe bewirken einen zusätzlichen Schleimhautschutzt.

Anwendung

Nach dem Sammeln der Erlenzapfen werden diese getrocknet. Pro 100 Liter Wasserinhalt 5 bis 10 Zäpfchen ins Wasser einsetzen bis die gewünschte Ansäuerung erreicht ist. Durch regelmäßiges Messen der Wasserwerte die Ansäuerung überprüfen. Durch die Freisetzung der Huminsäuren wird sich das Wasser, ähnlich wie bei der Verwendung mit Torf, leicht dunkel bis bräunlich verfärben. Das ist völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Nach etwa ein bis zwei Monaten sind die Erlenzapfen verbraucht und müssen durch Neue ersetzt werden. Es kann vorkommen, dass sich diverse Harnischwelse an den Erlenzapfen vergehen, da sie eine überaus köstliche Abwechslung darstellen.

Fazit

 

Trockenlaub zur Verbesserung der Wasserqualität sollte auf Grund der natürlichen Auslagerung def. im Herbst aufgesammelt und eingelagert werden. Laub zur Fütterung sollte in der Wachstumsphase der Pflanze gesammelt werden, um eine hohe Konzentration von Nährstoffen zu gewährleisten, egal ob es direkt verfüttert, schockgefrostet, tiefgefroren, gefriergetrocknet oder einfach nur getrocknet wird.

Der richtige Zeitpunkt ist je nach Pflanze unterschiedlich, meist im späten Frühjahr oder im Frühsommer. Zu Bedenken ist jedoch, dass Blüten-, Frucht- oder Samenbildung die Nährstoffeinlagerung in den Blättern vermindern kann - für viele Kräuter finden sich entsprechende Angaben in weiterführender Literatur.